Platzpflege leicht erklärt…

Platzpflege leicht erklärt

Die richtige Platzpflege 
Gut, heute spielen wir Tennis. Wir gehen auf den Platz, ja es ist warm, da wässern wir mal 5 Minuten und hinterher ziehen wir auch richtig ab. Besonders da, wo wir hergelaufen sind, da, wo man keine Fußabtritte sieht muss man ja nicht. Muss man nicht? Doch. Und Frau auch.
Warum achten wir beim TC Weissenberg eigentlich besonders auf unsere Plätze? Weil wir die Plätze selbst im Frühjahr fertig machen. Viele helfende Hände sind dabei, viele Freiwillige opfern ihre Freizeit und bringen die Plätze in einen bespielbaren Zustand. Die Stadt honoriert das, indem sie das Ziegelmehl für jeden Platz zahlt. Aber die Stadt kontrolliert auch gegen Ende der Saison, ob wir die Plätze ordentlich pflegen. Und das tut sie gründlich. Sie dokumentiert den Zustand der Plätze sehr genau, macht Fotos, und wenn die Plätze nicht ordentlich gepflegt sind, dann gibt es kein Ziegelmehl mehr. So einfach ist das.
Und da das die vielen Freiwilligen nicht wollen, wird zwischendurch nachgepflegt. Immer wieder werden die Plätze im Laufe der Saison eingestreut. Und gewalzt. Weil einige sie eben nicht so pflegen, wie es sein soll und keine Zeit zum Wässern haben, ebenso zum korrekten Abziehen. Schade.
Was passiert, wenn wir die Plätze nicht ausreichend wässern? Der Sand fliegt weg, wenn wir dann zur Abziehmatte greifen. Er verteilt sich überall, bis hin auf die Terrasse. Und die Linien verlieren ihre Stabilität, weil rechts und links der Sand fehlt. Da müssen dann neue Linien her. Und das kostet viel Geld; Geld, das der Verein besser verwenden könnte.
Was passiert, wenn wir nur da fegen, wo wir Fußabtritte sehen? Der Sand am Rand gelangt nicht mehr auf den Platz. Moos wächst am Zaun. Und es wird immer mehr Moos.  Moos wächst von oben nach unten, sagt Heinz, unser Sportwart. Und wenn man es nicht von Anfang an bekämpft (sprich, den gesamten Platz abzieht), dann bleibt und vermehrt es sich. Nun muss jemand anders für uns fegen, in seiner Freizeit, obwohl er vielleicht gar nicht fegen möchte, sondern lieber Tennis spielen würde. Oder die Stadt sieht das Moos und streicht uns das Ziegelmehl.
Aber wie geht es nun richtig? 
Also wässern: Der Platz muss vor Spielbeginn richtig feucht sein, so, dass man keine Fußabdrücke sieht, wenn man einfach nur darüber geht. Wenn man ausreichend wässert, dann reicht das auch für eine Spielstunde. Auch bei heißem Wetter. Und der Sand fliegt nicht weg. Siehe oben. Sollte man länger als eine Stunde spielen, dann wässert man schnell mal zwischendurch.
Abziehen: Vom Zaun in die Mitte. Und zwar richtig am Zaun anfangen, nicht 2 m davon weg. Und die Richtung? Parallel zum Netz, immer hin und her? Besser, wie eine (eckige) Schnecke, von außen nach innen, und weil´s wichtig ist, hier noch einmal: dicht am Zaun anfangen, den GANZEN Platz erwischen. Dann entsteht kein Moos. Und dadurch wird der Sand von außen wieder in die Mitte transportiert. Denn außen brauchen wir weniger Sand, wer läuft beim Spiel auch schon da rum? Aber innen, da brauchen wir mehr Sand, ist logisch, oder? Und wenn’s staubt beim Abziehen, dann hat man wohl vorher nicht genug gewässert und muss vor dem Abziehen ein wenig Wasser sprühen. Sonst haben die Leute auf der Terrasse den Sand auf den Zähnen und vom Platz ist er weg. Schade drum. Und dann müssen zwischendurch wieder Freiwillige …, aber das hatten wir ja schon.

platzabziehen

Und wer an der Grundlinie so richtig geackert hat, darf auch gerne vor dem Abziehen das Scharrierholz benutzen, damit die Kuhlen wieder verschwinden. Das ist bei Kuhlen pflicht.
Zum Schluss: die Linien. Dann sind wir fertig. Und die Plätze bleiben schön, die Stadt ist zufrieden, es gibt wieder Ziegelmehl und alle sind froh. So geht’s.
Ist doch einfach, oder? Also, wenn wir uns in dieser Saison alle daran halten, haben wir schöne Plätze und alle sind zufrieden. Schön.
Dieser Beitrag kam von unserem Mitglied Heike Früh